Leider auch Gourmand gehe ich mittags regelmäßig allein oder mit Kollegen essen. Abendessen zu zweit waren in der Vergangenheit rar gesät, das wird jetzt nachgeholt! Auf Dienstreisen vertreibe ich mir die Zeit stets mit abendlichen Restaurantbesuchen, möglichst in den Highlights. So war ich auf Restaurantkritik gekommen und hatte den inneren Schweinehund, der zu bequem zum Kritiken schreiben war, überwunden.
Nach etwa 100 Bewertungen hat mich der Verkauf an Yelp ausgebremst, da ich aussagekräftige Kritiken schreiben möchte, für Menschen, die gutes Essen schätzen. In einem Portal, bei dem man auch seine Wertschätzung für die Heiße Hexe an der Tankstelle veröffentlicht, fühle ich mich nicht mehr wohl und suche eine neue Kritikerheimat.
Nachdem mittlerweile (fast) alle geschätzten Kritikerinnen und Kritiker aus dem Verschwundenen Portal hierher gewechselt und ein paar mehr dazu gekommen sind, fühle ich mich wieder wohl. Ein bißchen wie im Stammlokal, man kennt/schätzt/neckt sich, tauscht Neuigkeiten aus... Eben lesen, schlemmen, schreiben.
Leider auch Gourmand gehe ich mittags regelmäßig allein oder mit Kollegen essen. Abendessen zu zweit waren in der Vergangenheit rar gesät, das wird jetzt nachgeholt! Auf Dienstreisen vertreibe ich mir die Zeit stets mit abendlichen Restaurantbesuchen, möglichst in den Highlights. So war ich auf Restaurantkritik gekommen und hatte den inneren... mehr lesen
Bewertungs-Statistik
Insgesamt 293 Bewertungen 380551x gelesen 10354x "Hilfreich" 9292x "Gut geschrieben"
Geschrieben am 30.03.2025 2025-03-30| Aktualisiert am
30.03.2025
Besucht am 09.03.2025Besuchszeit: Feier 6 Personen
Nach zwei genussreichen Abenden in Köln (Brasserie Marie und Gasthaus Essers) wollte unsere GG-Schlemmertruppe noch ein stärkendes Frühstück für die Rückfahrt einnehmen. Zumindest zu 60%, denn Ehepaar Carsten1972 hatte sich schon auf den Weg nach Rheine gemacht und die Tischnotizens, die uns auf das Großzügigste zweimal zum Vorglühen empfangen hatten, genossen sicherlich noch ihren wohlverdienten Schlaf, als wir restlichen drei Paare am Sonntagmorgen gegen halb zehn guter Dinge vom gemeinsamen Hotel aufbrachen. Puh, ohne Reservierung war das kein Selbstgänger. Im zunächst angesteuerten Café Goldjunge waren alle Plätze reserviert und das danach angesteuerte Sisu hatte maximal 2 Stunden Zeit. Für uns passend, denn auf dem Heimweg wollten zumindest Nolux und Partnerin einen Zwischenstopp zur Auffüllung der Weinvorräte einlegen. Und außerdem ging es im Sisu durchaus flott zu.
Beim Gang die steile Treppe hinunter zu den Toiletten konnte ich mich durch einen Blick in die Küche überzeugen, dass das Frühstückscafé ein echter Familienbetrieb ist. Mutter führt das Regiment am Herd, unterstützt von zwei vermutlich Töchtern, weitere junge Damen wuppen den Service professionell, dabei freundlich und flott. Sehr angenehm.
Die finnische Bezeichnung schlechthin und das in verwaschenen Weiß-, Grau- und Brauntönen gehaltene Ambiente ließ uns ein hippes nordisches Café vermuten.
Tatsächlich stehen - sicherlich der Ursprungsheimat der Inhaberfamilie geschuldet - viele teils modernisierte türkische Gerichte auf der Karte, die aber durch die aktuellen Trends ergänzt werden. Auf den Iced Matcha Latte hätte niemand verzichten müssen. Stattdessen wählten wir überwiegend frischen Minz-Tee (beim Türken immer eine sichere Bank), eine sehr schön gebauten Latte Macchiato (die sich beim Foto leider schon gemischt hatte): oder „stinknormalen“ Kaffee (der natürlich als „Americano“ serviert wurde). Alle sehr lecker; das geht ja manchmal unter.
Insbesondere, als die gewählten Gerichte doch allenthalben mit positiver Überraschung kommentiert wurden.
Für das Paar neben mir und PetraIO gab es pochierte Eier mit Avocado und Lachs, gegenüber hatte sich der Süße Fan für Ziegenfrischkäse mit Feigenmus und Pinienkernen entschieden, beides auf kräftigem Landbrot.
Die verbleibenden Herren in den Ecken der schnell zusammengestellten Tafel scherten etwas aus der Brot-Spur. Wobei sich das frisch geröstete dicke Fladenbrot perfekt zum Aufstippen der Eierspeisen und des verbleibenden köstlichen Suds eignete. Während Petras Mann klassische Rühreier mit würziger Suçuk-Wurst und Champignons bestellt hatte, schlemmte ich durch mein Menemen, das wunderbar saftig aus der Pfanne gekommen war und durch cremigen Schafskäse und einige Granatapfelkerne veredelt wurde.
Überhaupt konnte das Auge bei allen Gerichte viel Schönes mit „essen“!
Auch die Gerichte an den Nebentischen sahen höchst appetitlich aus; ein Riesen-Stapel Pancakes führte zu einem Raunen durch das ganze Café, in dem mir die ansonsten überraschend angenehme Geräuschkulisse gefiel. Ich hoffe, das galt auch für die Menschen an den Nachbartischen, denn die Stimmung unserer kleine Gruppe war nicht nur durch Speis und Trank ganz ausgezeichnet.
Nach reichlich 90 Minuten verließen wir höchst zufrieden das Sisu. Das war ein super netter Abschluss des Genießertreffens in der Domstadt!
Nach zwei genussreichen Abenden in Köln (Brasserie Marie und Gasthaus Essers) wollte unsere GG-Schlemmertruppe noch ein stärkendes Frühstück für die Rückfahrt einnehmen. Zumindest zu 60%, denn Ehepaar Carsten1972 hatte sich schon auf den Weg nach Rheine gemacht und die Tischnotizens, die uns auf das Großzügigste zweimal zum Vorglühen empfangen hatten, genossen sicherlich noch ihren wohlverdienten Schlaf, als wir restlichen drei Paare am Sonntagmorgen gegen halb zehn guter Dinge vom gemeinsamen Hotel aufbrachen. Puh, ohne Reservierung war das kein Selbstgänger. Im... mehr lesen
4.0 stars -
"Empfehlenswertes türkisch-deutsches-internationales Frühstück" DerBorgfelderNach zwei genussreichen Abenden in Köln (Brasserie Marie und Gasthaus Essers) wollte unsere GG-Schlemmertruppe noch ein stärkendes Frühstück für die Rückfahrt einnehmen. Zumindest zu 60%, denn Ehepaar Carsten1972 hatte sich schon auf den Weg nach Rheine gemacht und die Tischnotizens, die uns auf das Großzügigste zweimal zum Vorglühen empfangen hatten, genossen sicherlich noch ihren wohlverdienten Schlaf, als wir restlichen drei Paare am Sonntagmorgen gegen halb zehn guter Dinge vom gemeinsamen Hotel aufbrachen. Puh, ohne Reservierung war das kein Selbstgänger. Im
Geschrieben am 26.03.2025 2025-03-26| Aktualisiert am
26.03.2025
Besucht am 09.02.2025Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Nach mehreren, eher enttäuschende Erfahrungen in Bahnhofsnähe wollten meine Kollegin und ich zur Vorbereitung eines weiteren beruflichen Termins in Koblenz auf Nummer Sicher gehen. Also buchten wir im modernen Hotel Fährhaus auf der der Altstadt gegenüberliegenden Moselseite ein. Am Sonntagabend hatte das Sternerestaurant Gotthard‘s natürlich geschlossen, aber wir hofften, dass etwas Glanz auch auf das Zweitrestaurant Landgang abstrahlen würde.
Ein Tisch war unproblematisch zu buchen; an diesem Abend hatten die drei jungen und sehr jungen Kräfte im Service etwa 20 Couverts zu bewältigen. Das taten sie freundlich, engagiert und ohne Fehl und Tadel, auch wenn wir beobachten konnten, dass der eine oder andere Wunsch unsererseits zu heftigem Getuschel führte. Aber die Schwarmintelligenz hat alles hinbekommen. Bravo!
Das Ambiente zeugt wie das ganze Hotel von aktuellem Design, wertiges Holzmobiliar, bequem gepolsterte Stühle, die Farbakzente zwischen den dominierenden Braun- und Grautöne setzten. Im hinteren Bereich mehr Lounge mit einen dicken grauen Teppichboden, bestimmen im vorderen Bereich - vielleicht als Verbeugung vor der Fährhaus-Historie - Holzdielen im Bootsdeck-Look den Eindruck. Nicht ungemütlich, aber auch etwas austauschbar. Letztlich ein gehobener Frühstücksraum, sieht man von den großen Rauchglausgloben der Deckenlampen ab.
Die schöne Terrasse war natürlich noch im Winterschlaf, den Blick auf die Lichter der anderen Moselseite überließ ich meiner Begleitung.
Mit dem Hintergedanken, nach dem Diner noch die Hotelbar auf den richtigen Spirit zu prüfen, beschränkten wir uns beim Aperitif auf einen weißen Portwein. Auch zum Essen blieben wir mit Sauvignon Blanc und Grauburgunder auf der leichteren Seite.
Abschluss und Höhepunkt bildete ein 30-jähriger Tawny Port von Grahams, der zwar nicht in der Karte verzeichnet war, den ein hanseatischer Zecher aber beim neugierigen Rundgang in einem verschlossenen Glasschrank entdeckt hatte.
Der famose Portugiese schloss den Kreis zum Aperitif ebenso elegant, wie wir uns in die besagte Hotelbar begaben und erst beim dritten Cocktail unsere Segel strichen, um den Landgang auf die Zimmer anzutreten.
Bis dahin hatten wir aus der erfreulich zurückgenommenen Karte vier Gänge genossen, die sich kulinarisch durchdacht und handwerklich weitgehend souverän auf die Teller gebracht herausstellten. Es wird ausschließlich à la carte angeboten.
Das Landgang setzt dabei auf eine klassische bürgerliche Küche mit französischen Wurzeln und guten, aber eben nicht Luxus-Produkten.
Als Appetithappen wurde uns ein zur Rose gedrehter Streifen geräucherter Saibling mit Ayran auf Kräuteröl spendiert, getoppt von einer gedörrten Zitronenzeste. Das war saftig, salzig und umami, das Raucharoma setzte sich immer wieder gegen die feine Milchsäure durch. Exzellenter Küchengruß.
Zuvor war schon ein frisch aufgebackenes Sauerteigbrot gebracht worden. Knusprige Kruste und ein offenbar lange geführter Teig - lecker, lecker. Die Butter hätte allerdings schon früher aus der Kühlung gekonnt. Was ich nicht ehrlicherweise nicht verstehe, denn, wenn die Gäste Platz genommen haben, kann das doch mit einem schnellen Griff erledigt werden. Egal.
Ins eigentliche Menü starteten wir maritim: Plattierte Garnele (kein bißchen wässrig) hatte eine überraschende Süße, die durch etwas Zitrone, vermutlich aus dem Basilikumöl, gut abgepuffert wurde. Für geschmackliche Fülle sorgte Poverade, die auch zu einer Artischocken-Crème verarbeitet war. Frittierte Olivenscheiben knusperten fein und sorgten mit der getrockneten Minitomate für einen mediterrane Akzente. Das Jahr ist noch jung, aber das wird sicher eine der besten Vorspeisen außerhalb der Sterneküche bleiben.
Der folgende Zwischengang hielt das Niveau locker. Zwei sanft angebratene soft-l‘y-laisse vommBio-Huhn in einem offenen Tortelloni, dessen feiner Teig mich ebenso begeisterte wie die nicht zu kräftige Sherrysauce. Zu Soulfood mutierte das Gericht durch Schaum von süßer weißer Zwiebel und viel Belper Knolle. Der Schweizer Hartkäse wurde großzügig frisch gehobelt, um dann schmelzend für gerade die richtige Molligkeit zu sorgen. Yummy!
Hauptgang war der Klassiker Coc au vin, hier ein unzerteiltes Sûpreme, vielleicht eine Winzigkeit zu trocken, aber dafür mit einer Schmorsauce vom feinsten, die durch auf den Punkt gekochte geschmacksvolle Gemüsewürfel, winterliche Knollen und Perlzwiebel aufgewertet wurde. Dem üppigen Ensemble hatte die Küche eine feine Kartoffel-Mousseline und mit Texturen von Champignons eine passende Erdigkeit mitgegeben. Passte perfekt zur Saison und an dieser Stelle des Menüs.
Perfekt - nämlich zur Erfrischung - war auch die cremige Nocke Mango-Sorbet, die mit einen Klecks Joghurteis und eine kleine Meringue ergänzt wurde.
Den Käse-Abschluss bestritten wohltemperiert Le Cabrissac (Ziegenkäse in Asche), cremiger Büffelmilchkäse, sehr reifer (Ich mag’s!) Tomme de Chatelard und ein unauffälliger, nicht näher bezeichneter Hartkäse. Dazu leicht karamellisierte Walnüsse, die ich dem Quitten-Chutney und Fruchtsenf vorzog. Auch sehr solide und, wie wir am nächsten Morgen überprüfen konnten, keineswegs identisch mit dem Angebot des Frühstück-Buffets. Auf Nachfrage liefert die Küche - in diesem Fall Information
Fazit: Das Landgang hat auf ganzer Linie überzeugt. Nicht nur uns, sondern auch Jürgen Dollase, der in seiner wöchentlichen Kolumne dem Restaurant das Denken der Spitzenküche bescheinigt. Dem professionellen Urteil schließe ich mich uneingeschränkt an.
Da die Rechnung nicht auffindbar ist, ausnahmsweise nichts zum PLV. Die Preise in der Karte sind, wen überrascht‘s gehoben. Für die gezeigte Leistung aber gern bezahlt.
Nach mehreren, eher enttäuschende Erfahrungen in Bahnhofsnähe wollten meine Kollegin und ich zur Vorbereitung eines weiteren beruflichen Termins in Koblenz auf Nummer Sicher gehen. Also buchten wir im modernen Hotel Fährhaus auf der der Altstadt gegenüberliegenden Moselseite ein. Am Sonntagabend hatte das Sternerestaurant Gotthard‘s natürlich geschlossen, aber wir hofften, dass etwas Glanz auch auf das Zweitrestaurant Landgang abstrahlen würde.
Ein Tisch war unproblematisch zu buchen; an diesem Abend hatten die drei jungen und sehr jungen Kräfte im Service etwa 20 Couverts... mehr lesen
Restaurant Landgang · Hotel Fährhaus
Restaurant Landgang · Hotel Fährhaus€-€€€Restaurant0261201710An der Fähre 3, 56072 Koblenz
4.0 stars -
"Sehr gutes Zweitrestaurant des besternten Gotthardt‘s" DerBorgfelderNach mehreren, eher enttäuschende Erfahrungen in Bahnhofsnähe wollten meine Kollegin und ich zur Vorbereitung eines weiteren beruflichen Termins in Koblenz auf Nummer Sicher gehen. Also buchten wir im modernen Hotel Fährhaus auf der der Altstadt gegenüberliegenden Moselseite ein. Am Sonntagabend hatte das Sternerestaurant Gotthard‘s natürlich geschlossen, aber wir hofften, dass etwas Glanz auch auf das Zweitrestaurant Landgang abstrahlen würde.
Ein Tisch war unproblematisch zu buchen; an diesem Abend hatten die drei jungen und sehr jungen Kräfte im Service etwa 20 Couverts
Geschrieben am 24.03.2025 2025-03-24| Aktualisiert am
24.03.2025
Besucht am 10.12.2024Besuchszeit: Abendessen 1 Personen
Rechnungsbetrag: 55 EUR
Das Il Blu ist ein etwas ambitionierter Italiener, den ich schon mehrfach für eine gute Pizza oder einen ordentlichen Mittagstisch besucht habe. Ein Freund hatte mir empfohlen, es auch mal abends zu versuchen, da er dort regelmäßig einkehre. Er vergaß leider zu erwähnen, dass er immer nur ein einfaches Pastagericht wählt. Da der Süße Fan aushäusig war, trollte ich mich also für ein Nachtmahl in Richtung Ostertor, wo auch am Dienstagabend ordentlich der Bär steppte. Ein Walk-in in der Vorweihnachtszeit ist natürlich Glückssache, aber für einen Strohwitwer findet sich meist noch etwas.
Die Restoleitung bemühte sich sehr, mir einen Platz anzubieten. Es fand sich ein Katzentisch auf der Empore für maximal eineinhalb Stunden. Eigentlich gar nicht schlecht, schöner Blick ins wuselige Treiben im Erdgeschoss
und der Service auf seinem Weg in einen separaten Gesellschaftsraum war auch immer greifbar. Die jungen Menschen sind keine Anfänger gewesen und machten ihre Sache gut, freundlich und aufmerksam, dabei trotz des vollen Ladens entspannt, was auf meine Stimmung abfärbte.
Die Küche fiel dann schlagartig ab, denn als kleiner Gruß wurden kalte, zähe Pizzastücke mit einer immerhin ganz ordentlichen grünen Oliventapenade serviert. Auf höfliche Nachfrage erhielt ich aber eine angewärmte Portion Brot aus dem Ofen. Frischeküche geht anders.
Ähnliches Bild bei meiner Vorspeise von der Tageskarte: Die gebratenen Artischockenherzen mit zähem Stiel hatten die typische Säure von Konservenware, den Parmesan habe ich für Grana Padano gehalten und der Schinken war zu kleinen, dicken Stücken geschnitten und dann scharf gebraten. Bißchen wie Gummi und sehr salzig. Parmaschinken hatte ich mir anders vorgestellt; das machte den Eindruck von Resteverwertung.
Fast ein Totalausfall für immerhin 16,9€.
Das Hauptgericht riss dann wieder einiges raus. Ein reelles Kalbskotelett kam kräftig gegrillt, aber noch deutlich medium. Richtig lecker. Die gebratenen Kräuterseitlinge schmeckten und die Kartoffeln waren immerhin gut geeignet, den Bratensaft aufzunehmen.
33,9€ sind kein günstiger, aber noch gerade aushaltbarer Preis für ein Stück gutes Fleisch.
Dazu gab's ein alkoholfreies Lübzer Pils (4,2€!) und nach einer Stunde war ich wieder draußen.
Fazit: Guter Service, das Hauptgericht war gut, die Vorspeise schlecht, insgesamt hat mich das Il Blu, zumindest die Küchenleistung, an diesem Abend nicht überzeugt. Vielleicht sollte ich mal die Spaghetti AOP probieren.
Das Il Blu ist ein etwas ambitionierter Italiener, den ich schon mehrfach für eine gute Pizza oder einen ordentlichen Mittagstisch besucht habe. Ein Freund hatte mir empfohlen, es auch mal abends zu versuchen, da er dort regelmäßig einkehre. Er vergaß leider zu erwähnen, dass er immer nur ein einfaches Pastagericht wählt. Da der Süße Fan aushäusig war, trollte ich mich also für ein Nachtmahl in Richtung Ostertor, wo auch am Dienstagabend ordentlich der Bär steppte. Ein Walk-in in der Vorweihnachtszeit... mehr lesen
Ristorante Il blu
Ristorante Il blu€-€€€Restaurant042142788277Ostertorsteinweg 27, 28203 Bremen
3.0 stars -
"Im Vorweihnachtstrubel weniger überzeugend" DerBorgfelderDas Il Blu ist ein etwas ambitionierter Italiener, den ich schon mehrfach für eine gute Pizza oder einen ordentlichen Mittagstisch besucht habe. Ein Freund hatte mir empfohlen, es auch mal abends zu versuchen, da er dort regelmäßig einkehre. Er vergaß leider zu erwähnen, dass er immer nur ein einfaches Pastagericht wählt. Da der Süße Fan aushäusig war, trollte ich mich also für ein Nachtmahl in Richtung Ostertor, wo auch am Dienstagabend ordentlich der Bär steppte. Ein Walk-in in der Vorweihnachtszeit
Liebe Gäste und Freunde des Restaurants ATHENA,
Leider ist unser Restaurant wegen eines Brandschadens bis auf Weiteres geschlossen! Ihr ATHENA-Team - Familie Palios (Quelle: Homepage)
Liebe Gäste und Freunde des Restaurants ATHENA,
Leider ist unser Restaurant wegen eines Brandschadens bis auf Weiteres geschlossen!
Ihr ATHENA-Team - Familie Palios
(Quelle: Homepage)... mehr lesen
Restaurant Athena
Restaurant Athena€-€€€Restaurant, Take Away05164901590Kreuzkamp 1, 29693 Hodenhagen
stars -
"Wegen Großfeuers bis auf Weiteres geschlossen" DerBorgfelderLiebe Gäste und Freunde des Restaurants ATHENA,
Leider ist unser Restaurant wegen eines Brandschadens bis auf Weiteres geschlossen!
Ihr ATHENA-Team - Familie Palios
(Quelle: Homepage)
Geschrieben am 06.03.2025 2025-03-06| Aktualisiert am
06.03.2025
Besucht am 13.02.2025Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Die Gastronomie in Museen und Ausstellungen hält leider nicht immer mit der Qualität des Präsentierten Schritt. Allzuoft habe ich uninspirierte Allerweltsküche für überwiegend Einmalgäste erlebt.
Deshalb war ich auch etwas skeptisch als eine langjährige Freundin für unser aktuelles Treffen das nach einer einheimischen Künstlerdynastie benannte Bistro WEWERKA im Magdeburger Forum Gestaltung, der ehemaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule vorschlug. Ausschlag gab schließlich die von zwei Seiteneinsteigern angebotene syrisch-levantische Küche, weil sich viele kleine Mezze gut zum Teilen eignen und außerdem mutige Neu-Gastronomen prinzipiell immer erstmal meine (unsere!) Unterstützung verdient haben. Man muss ja nicht wieder hingehen, wenn es nicht gefallen hat.
Der Internetauftritt verhieß ein etwas kühles Ambiente in einem Durchgangsraum vom Bürotrakt zu den Ausstellungsräumen mit gefliestem Boden und hoher Decke.
Nach meinem Marsch vom Hotel durch eine überraschender verschneite Innenstadt (Im Februar! In der Börde! Verrückt…) und dem Auffinden des eher unauffälligen Eingangs bot sich mir ein überraschend heimeliges Bild: Warme Farben, bequeme Loungesessel, ein Flügel, Plakatkunst und eine Lasershow an der interessanten Decke machen deutlich, dass das WEWERKA den Zusatz „Art-Café“ völlig zu recht trägt. Sehr unauffälliger Eingang Der Tresen mit Leckereien aus 1001 Nacht…p Der Namensgeber ist nicht weit Momentaufnahme der Light-Show
Außer unserer fröhlichen Dreier-Gruppe - meine Freundin hatte spontan noch „einen Überraschungsgast“ angekündigt, der sich als ihr Ehemann herausstellte - waren nur noch zwei weitere Tische besetzt. Schade. Vielleicht deshalb oder aus einer höflichen Zurückhaltung war der Service wenig präsent, der von einem der Inhaber und einer jungen Frau - ich tippe mal, eine Tochter - versehen wurde. Letztere fand ihr Handy deutlicher interessanter als unseren häufigen Wunsch einer Nachbestellung.
Die Getränkekarte ist bistro-gerecht übersichtlich, gefiel aber mit Arrak und je einem syrischen Wein in rot und weiß. Der sehr fruchtige Rote „schüttelte“ meinen Begleiter; für mich als Tannin-Verweigerer war er gerade recht und wurde gern nachgeordert. Die Dame bereitete sich auf ein Fastenwandern vor und bestellte daher nur Tee, den unser Gastgeber auf Wunsch mit einer ordentlichen Prise Kardamom orientalisierte.
Neben den vielfältigen Mezze hält die Speisekarte eine überraschend große Auswahl levantinischer Pfannengerichte bereit; viele davon Spielarten der inzwischen auch bei uns beliebten Eier-Pfanne Shakshuka. Der Überraschingsgast hatte Hunger mitgebracht und entschied sich für eine Variante mit (etlichen) kleinen Lammwürstchen die zwar an die nordafrikanischen Merguez erinnerten, aber nicht so scharf waren, wie ich bei einem Probierexemplar feststellen durfte. Danach half er uns bei den vielen bestellten Mezze, die im WEWERKA ebenfalls nicht geizig portioniert waren.
Unsere Auswahl fiel nach und nach auf Tabouleh-Salat und Jarjeer (Ein Salat aus Rote Bete.), pikantes Muhammra und Baba Ganoush, das mit dem typischen Raucharoma der gegrillten Aubergine punktete, Foul - ein Gericht aus dicken Bohnen und frittierte Kibbeh mit einer leckeren vegetarischen Pilzfüllung und viel Hummus und Olivenöl zum Stippen. Muhammra mit Walnüssen Baba Ganoush Foul mit Granatapfelsauce Kibbeh mit Pilzfüllung, dazu Hummus
Dazu immer wieder typisches dünnes Fladenbrot nach der Art eines Yufka zum Aufnahmen und Einrollen.
Auf die vielfältigen „typischen“ orientalischen Süßspeisen verzichteten wir gut gesättigt, obwohl ich gerne das arabische Eis mit Pistazien (noch lieber mit Rosenwasser) probiert hätte.
Alle Gerichte waren handwerklich tadellos ausgeführt, wobei mir beim Auberginenmus so ein winziges Prickeln auf die Zunge kam, was aber von den beiden anderen Leckermäulchen empört zurückgewiesen wurde. Also vielleicht nur eine Einbildung, da weder geschmacklich noch gar gesundheitlich negative Folgen festzustellen waren.
Wirklich positiv überrascht war ich, dass die Küche des WEWERKA noch nicht mitteleuropäisch „langweilig“ angepasst wurde: Ob Sumach oder Zitrone, Salzgemüse, Kreuzkümmel oder Knoblauch angekündigt war - das war alles geschmacklich deutlich wahrnehmbar und hatte seine Berechtigung. Das durfte ich in der Vergangenheit beileibe nicht in allen levantinisch-nahöstlichen Restaurants erleben.
Da ich eingeladen war, kann ich über den Gesamtpreis nicht urteilen. Die kleinen Teller mit 5 € und das Pfannengericht mit reichlich Würstchen für 10€ scheinen mir sehr fair zu sein.
Alles in allem war das daher ein feiner Besuch, der nur hier und da Verbesserungspotential erkennen ließ. Mögen zukünftig mehr Besucher im WEWERKA schlemmen.
Die Gastronomie in Museen und Ausstellungen hält leider nicht immer mit der Qualität des Präsentierten Schritt. Allzuoft habe ich uninspirierte Allerweltsküche für überwiegend Einmalgäste erlebt.
Deshalb war ich auch etwas skeptisch als eine langjährige Freundin für unser aktuelles Treffen das nach einer einheimischen Künstlerdynastie benannte Bistro WEWERKA im Magdeburger Forum Gestaltung, der ehemaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule vorschlug. Ausschlag gab schließlich die von zwei Seiteneinsteigern angebotene syrisch-levantische Küche, weil sich viele kleine Mezze gut zum Teilen eignen und außerdem mutige Neu-Gastronomen prinzipiell... mehr lesen
Wewerka Art | Café & Bistro
Wewerka Art | Café & Bistro€-€€€Restaurant, Bistro, Cafe015771095951Brandenburger Straße 9, 39104 Magdeburg
4.0 stars -
"Sympathisches Levante-Bistro" DerBorgfelderDie Gastronomie in Museen und Ausstellungen hält leider nicht immer mit der Qualität des Präsentierten Schritt. Allzuoft habe ich uninspirierte Allerweltsküche für überwiegend Einmalgäste erlebt.
Deshalb war ich auch etwas skeptisch als eine langjährige Freundin für unser aktuelles Treffen das nach einer einheimischen Künstlerdynastie benannte Bistro WEWERKA im Magdeburger Forum Gestaltung, der ehemaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule vorschlug. Ausschlag gab schließlich die von zwei Seiteneinsteigern angebotene syrisch-levantische Küche, weil sich viele kleine Mezze gut zum Teilen eignen und außerdem mutige Neu-Gastronomen prinzipiell
Geschrieben am 12.02.2025 2025-02-12| Aktualisiert am
13.02.2025
Besucht am 18.01.2025
Der Titel verrät es, denn obwohl tatsächlich eine überraschend große, vielfältige Auswahl an Steaks angeboten wird, findet sich am Rande des kleinen Einkaufszentrum ein klassisches Balkan-Restaurant, sogar mit zwei Bundes-Kegelbahnen. Und die waren am Samstagabend ebenso besetzt, wie alle Plätze, die ebenfalls klassisch in kleinen und größeren Nischen aus dunklem Sperrholz und vorgetäuschtem Mauerwerk gebildet werden. Nie aus der Zeit gefallen dagegen die Freundlichkeit des Gastgeber-Ehepaares, original vom Balkan gebürtig und bereits die „2. Generation“, da in jungen Jahren als Servicekraft und Koch bei den ersten Pächtern angestellt und nach deren Rückzug jetzt schon so lange dabei, dass ihre Kinder inzwischen in Service und hinter der Theke ebenfalls tätig sind.
Die Beständigkeit passt gut zum Publikum, das zusammen mit der Neubau-Siedlung aus den späten 1960ern älter geworden ist. Der Altersdurchschnitt der vielen Paare und Gruppen daher wohl über 70 liegend. Es war viel Bewegung, sei es zum Rauchen vor die Tür oder um den nächsten, schon wartenden Stammgästen Platz zu machen. Die etwas lautere Stimmung bestens, wozu die patente Inhaberin ihren Teil beitrug und natürlich auch der Julischka, der unserer 10-köpfigen Geburtstagsgruppe nach dem Zusammenschieben der schweren Holztische vor der umlaufenden, gepolsterten Bank eingeschenkt wurde. Es sollte nicht der einzige bleiben.
Zu Beginn hatten wir uns für eine gemischte Vorspeisenplatte entschieden, auf Wunsch meiner Frau in der vegetarischen Version (16€).
Der gebratene Schafskäse und die Falafel(?) höchstwahrscheinlich Fertigware, aber gut gemacht und schmackhaft. Gegrillte Zucchini und Paprika sowie Peperoni (mit Knoblauch und viel frischer Petersilie) sowie frische Champignons auf den Punkt gebraten; das hab ich schon viel schlechter gehabt. Dazu ein cremiges Tsatziki(!), geröstetes Baguette und ordentlicher Schafskäse mit Paprikamarinade. Am besten allerdings eine Mischung aus Frischkäse und kleingeschnittenen Zwiebeln. Kannte ich nicht, sehr lecker! Eindeutig ein (etwas kosmopolitischer) Knaller für diese Art von Vorspeisen-Crowd-Pleaser!
Schon bei der Platte war mir aufgefallen, dass anstelle des öden Eisberg- hier frischer Kopfsalat als Garnitur verwendet wurde. Und tatsächlich findet sich in auch in den Beilagen Kopfsalat mit Zitrone und Joghurtdressing (Mit 4€ nicht günstig, aber Arbeit steckt ja auch drin und irgendwo muss der Deckungsbeitrag herkommen). Das ist für mich ein exzellenter Begleiter von kräftigen Fleischgerichten - jedenfalls, wenn er so knackig und frisch daherkommt wie im Steak-House.
Wurde gleich nochmal bestellt, was die Wirtin zu einem Lächeln und einem „Der ist gut, nicht?“ brachte!
Als Hauptgang wieder einmal Pola-Pola, also Cevapcici und Fleischspieß vom Schwein (15€). Dazu natürlich die Klassiker: Djuwetsch-Reis, Pommes-Frites, frisch geschnittene Zwiebel und Ajvar. Letzteres - eher säuerlich-pikant als scharf - musste ich für 3€ extra bestellen, denn die Grillgerichte werden standardmäßig mit selbst gemachten Saucen serviert. Entweder Cocktail oder eine fruchtige Paprika-Gemüsesauce, vermutlich auch mit Ajvar zubereitet, aber geschmacklich „runder“.
Die Rindfleisch-Hackröllchen erwartbar würzig und saftig; da gab es nichts zu meckern. Das Schweinefleisch am Spieß hätte etwas mehr Röstung vertragen können und war sehr mager, so dass ich über die flüssigen Begleiter (auf dem Teller und im Glas) durchaus froh war. Reis geschmacklich gut und vor allem nicht zu Matsch verkocht; die Fritten ohne Beanstandung. Beim Ansturm, den die Küche bewältigen musste, auch auf diesem Teller eine sehr gute Leistung der Küche.
Inzwischen waren auch zwei ziemlich aufgebrezelte Paare mit Balkan-Hintergrund erschienen, die von den bestellten Platten höchstens 20% verzehrten und dann in ihre Abendgestaltung abrauschten. Immerhin: „Native eater“ sind ja auch ein Hinweis auf Qualität.
Und die gibt es zweifelsohne hier in Blockdiek! Das Steak-House hat gemessen am Versprochenen auf der ganzen Linie überzeugt - sehr gern wieder, vielleicht nicht sofort, aber zum nächsten Wiegenfest darf der Schwager gern wieder den Borgfelder lustig werden lassen…
Der Titel verrät es, denn obwohl tatsächlich eine überraschend große, vielfältige Auswahl an Steaks angeboten wird, findet sich am Rande des kleinen Einkaufszentrum ein klassisches Balkan-Restaurant, sogar mit zwei Bundes-Kegelbahnen. Und die waren am Samstagabend ebenso besetzt, wie alle Plätze, die ebenfalls klassisch in kleinen und größeren Nischen aus dunklem Sperrholz und vorgetäuschtem Mauerwerk gebildet werden. Nie aus der Zeit gefallen dagegen die Freundlichkeit des Gastgeber-Ehepaares, original vom Balkan gebürtig und bereits die „2. Generation“, da in jungen Jahren als... mehr lesen
4.5 stars -
"Hier kann der Bosniak noch lustig sein" DerBorgfelderDer Titel verrät es, denn obwohl tatsächlich eine überraschend große, vielfältige Auswahl an Steaks angeboten wird, findet sich am Rande des kleinen Einkaufszentrum ein klassisches Balkan-Restaurant, sogar mit zwei Bundes-Kegelbahnen. Und die waren am Samstagabend ebenso besetzt, wie alle Plätze, die ebenfalls klassisch in kleinen und größeren Nischen aus dunklem Sperrholz und vorgetäuschtem Mauerwerk gebildet werden. Nie aus der Zeit gefallen dagegen die Freundlichkeit des Gastgeber-Ehepaares, original vom Balkan gebürtig und bereits die „2. Generation“, da in jungen Jahren als
Geschrieben am 22.01.2025 2025-01-22| Aktualisiert am
22.01.2025
Besucht am 10.08.2024Besuchszeit: Abendessen 3 Personen
Rechnungsbetrag: 555 EUR
Oldenburg, die Landeshauptstadt des ehemaligen Großherzogtums zwischen Weser und Ems, ist gemessen an der Einwohnerzahl (nach Hannover und Braunschweig) die drittgrößte niedersächsische Stadt noch vor Osnabrück, kommt aber gastronomisch bei Weitem nicht an dessen vielfältiges gastronomisches Angebot heran. Im Gegenteil, gerade im Fine-dining-Bereich sah es lange noch schlechter aus als - abschreckendes Beispiel - im nur 50 Kilometer entfernten Bremen. Aber seit einiger Zeit tut sich an Weser wie eben auch an der Hunte etwas. Kevin Gideon hat sich mit seinem gleichnamigen Restaurant inzwischen vergrößert und sogar am alten Standort (ganz im Trend!) ein zusätzliches Frühstückslokal eröffnet. Er macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen auf einen Stern. (Wie wohl auch Jannis Fuhrberg im jüngst eröffneten Bremer Kulinarium, der - fun fact - seinerseits aus Oldenburg stammt.)
Und auch in der Kaiserküche von Malte und Clarissa J. Ibbeken wird seit gut zwei Jahren zwar konsequent Wert auf regional-norddeutsche Produkte und nachhaltige Verarbeitung möglichst des ganzen Produkts - gleich ob von Tier oder Pflanze - gelegt, aber die Küche ist dem Grunde nach klassisch und vor allem mit Anspruch. Was nicht nur für das Handwerk gilt: Die erstaunlich regionalen Erzeuger und Produzenten werden auf der Karte ebenso genannt wie die Teammitglieder aus Küche und Service. Nichts, was nicht schon anderswo praktiziert wird, aber das macht es für Oldenburg ja nicht weniger richtig! Tatsächlich konnten wir hören, dass noch ein Teller mit Rehleber herausging, die nächsten dann aber mit anderen Stücken des aus hiesiger Jagd stammenden Tieres. Will man auch im Winter regionale Produkte anbieten, führt kein Weg an Fermentieren und Einkochen vorbei. Die Kaiserküche bietet Workshops dazu auch für die geneigte Gästeschaft an. Ausdrücklich lobenswert: Man bildet aus und engagiert sich ehrenamtlich im Prüfungsausschuss. Bravo!
Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich der Standort: Trotz des einst mit Bedacht gewählten Namens endet die Kaiserstraße nun einmal am Bahnhof und dementsprechend liegen in unmittelbarer Nachbarschaft des Restaurants Shisha-Bar, Späti und Spielhalle.
Der Beliebtheit der Kaiserküche schadet das augenscheinlich nicht: Als unsere dreiköpfige Reservistenkameradschaft etwas verspätet aus dem „Biwak“ in Groningen eintraf (nach telefonischer Ankündigung der Verzögerung - Ehrensache!), hatte sich das Restaurant schon weitgehend gefüllt. Neben einer kleineren Familiengesellschaft überwogen an den 2er- und 4er-Tischen Paare in unterschiedlicher Konstellation, die unser Lokalmatador unschwer der Oldenburger Hautevolee zuordnen konnte. Wobei man nicht steinreich sein muss, um in den Genuss der kaiserlichen Küche zu kommen. Hilfreich ist vielmehr, in Ausbildung zu stehen: Pro Abend kommen 2 Schüler, Studenten oder Azubis für nur 75€ in den Genuss des kleinen Menüs einschließlich Aperitif, Wasser, Getränkebegleitung(!) und Kaffee. Auch nicht hier erfunden, aber erneut: Bravo!
Für alle anderen liegt das Menü zwischen 80€ und 110€ inklusive Wasser. Das ist angesichts des Verzichts auf Edelprodukte ein angemessener Preis. Die komplette Weinbegleitung ist mit maximal 59€ günstig; alkoholfrei liegt noch darunter. Wer à la carte wählen möchte, findet eine kleine Karte mit etwas einfacher gehaltenen Gerichten.
Angesichts der nüchternen, sehr unauffälligen Eingangssituation
war ich im ersten Moment vom großen Gastraum überrascht, der durch die dreiseitig offene Küche in unterschiedliche Bereiche geteilt wird: Im vorderen Bereich eher Café, vielleicht auch eine Wartezone. Dann Hochstühle vor der Theke; auch für einen Night-cap ist man hier Willkommen. Und schließlich der eigentliche Speiseraum, im dem die großzügig gestellten Tische als „Lichtinseln“ im Dunkeln verteilt sind.
Auf der Homepage als „minimalistisch“ angekündigt, fand ich den grau gestrichenen Estrichboden und die weitgehend schmucklosen, ebenfalls grauen Betonwände sehr klar und keinesfalls ungemütlich. Das mag am beschriebenen Lichtkonzept liegen, bei dem der effektvoll indirekt beleuchtete Namensschriftzug an der Wand hinter uns ein „Highlight“ auch im Wortsinne darstellte. Oder an dem beeindruckend großen Holzregal, in dem die diversen Fermentationen der Küche auf ihren Einsatz warten (Oder nur Staffage sind, bei meiner Oma wurden die Weckgläser noch im dunklen, kühlen Keller verwahrt…). Oder eher an den bequemen Cocktail-Stühlen mit ihrer samtigen Polsterung vor den dicken, blanken Holzplatten der Tische.
Dass unter dem Motto „More social - less media“ ausgerechnet vom Interieur keine Fotos gemacht werden sollen, um die Aufmerksamkeit „der Kulinarik und unseren hochwertigen Produkten“ zu schenken, fand ich eine überflüssige Gängelung und im Sinne der Community natürlich zwingend zu ignorieren!
Aber wer weiß schon, wie sich manche Menschen im Restaurant benehmen. Nicht jede Wildsau brät über dem Feuer…
Stichwort Ungezwungener Genuss: Erwähnenswert sind die Toiletten. Getaucht in sündiges Rotlicht, schmettert einem unerwartet „Viva Colonia!“ entgegen. Im Gastraum dann ein entspannter Mix vom American Songbook über Swing und Jazz bis hin zu Nina Hagens Blauen Augen.
Garant für einen vergnüglichen Abend ebenfalls die junge Crew beiderseits des Passes, die bei unserem Besuch richtig „Bock“ hatte; sprich mit Engagement und guter Laune agierte. Vom Azubi im ersten Lehrjahr bis zum Chef, der sich am Ende des Abends noch für ein längeres Gespräch zu uns setzte, erschien auch die weiße Brigade am Tisch, ohne mit überlangen Erklärungen zur Bereitung des Gaumengenusses denselbigen unangemessen zu verzögern. Ich hoffe, diese Unsitte besonders in Läden mit „Konzept“ verschwindet wieder.
Ein kleines Missgeschick unterlief der fröhlichen Truppe bei der Bestellung: Ein Kamerad hatte sich bei der Vorspeise vegetarisch entschieden; das wurde dann falsch auf den Hauptgang übertragen. Schade, kann jedoch passieren. Malte Ibbeken entschuldigte sich persönlich und bot den schnellen Austausch des Tellers an. Später fehlte noch Besteck als der 2. Gang aufgetragen wurde.
Sehr zügig nach dem Platznehmen „überfiel“ uns ein Kellner mit der Frage nach einem Aperitif. Das mag ich eigentlich gar nicht, aber immerhin waren wir fast eine halbe Stunde nach der Reservierung erschienen; das könnte die Abläufe gestaucht haben. Ich entschied mich für einen 100% Chardonnay Franciacorta, der einen fruchtig-frischen Einstieg in den Abend lieferte. Seinen Glaspreis von 13,5€ für das Basisangebot des Bio-Weinguts Clarabella fand ich bei einem Internet-VK von ca. 25€ für die ganze Flasche schon sportlich, aber ich hätte ja vorher fragen können. Wir wechselten zum Menü auf eine gute Flasche Riesling und blieben der deutschesten aller Reben auch beim Dessert treu.
Nach dem Aperitif wurden oshibori - warme feuchte Handtücher - gereicht. Eine schöne, gastliche Geste, die ich allerdings immer mit dem Ankommen und der Reinigung vom Schmutz und im übertragenden Sinne von der Mühsal des Weges verbunden habe, also an den Beginn des Besuchs setzen würde.
Aber dann ging es gut getaktet los: Die auf den ersten Blick rustikalen Küchengrüße für drei waren in Porzellanschälchen angerichtet und auf einem gemeinsamen Holzbrett serviert. Etwas unbedacht platzierte der Service das Ensemble dann zwischen den zwei sich gegenüber sitzenden Personen; sehr unglücklich, da der Dritte am Tisch immer einen langen Arm hätte machen müssen. Wir wussten uns zu helfen und schufen Platz in der Mitte der beiden zusammengeschobenen kleinen Tische. Aber in dieser Klasse wäre es doch schön gewesen, die Appetitanreger für den dritten Gast auf eigene Schälchen zu verteilen - beim Olivenöl zum frischen, wirklich leckeren Sauerteigbrot klappte das (erfreulich aus hygienischen Gründen) ja auch. Geschmacklich gab’s auch sonst nicht zu meckern. Die aufgeschlagene Butter war einerseits mit Chili (zurückhaltend) geschärft, andererseits mit Krümeln karamellisierter weißer Schokolade gesüßt. Sehr schick! Die Erbsen(!)-Falafel mit Minzjoghurt gefielen. Am fermentierten Gemüse schieden sich die Geister: Während teils von „Shawarma-Beilage“ geraunt wurde, überzeugten die Kohlrabiabschnitte durch feines Säure-Salz-Spiel. Dagegen fiel der Rotkohl ebenso wie der separat gereichte Gurken-Kefir als eindeutig zu sauer durch. Ich sag ma dalailamaesk: Geschmacksache.
Zum Einstieg hatten wir unisono für die Texturen von Blumenkohl und Kräutern votiert - „und wir wurden nicht enttäuscht“. Nö, im Gegenteil positiv überrascht. Das waren auf dem Teller keine Spielereien, sondern durchdachte, sich ergänzende Zubereitungen: Der in der Hochküche lange Zeit unterschätzte Karfiol erschien als stark geröstete Röschen, fermentierten Scheiben des Strunks und als Pacojet-perfektes Eis. Das ergab schöne Geschmacksentwicklungen. Cremig umgeben von einer pikanten Kapuzinerkresse-Majonäse und ergänzt durch die Variationen der Macis (Das ist wohl die Ummantelung der Muskat-Nuss, nicht deren Blüte.), die nicht nur ihren sehr eigenen, leicht bitteren und harzigen Geschmack einbrachte, sondern durch die Verarbeitung in Chip und einer sämigen Sauce zusätzliches Mundgefühl beisteuerte.
Obwohl etwas unscheinbar daherkommend, steckten in diesem Teller viele gelungene Ideen.
Als Zwischengang hatte ich Lammfleisch gewählt, besonders wegen der grünen Bohnen mit Kräutern als so schön „klassische“ Beilage. Meistens gibt es ja einen guten Grund, warum bestimmte Kombinationen nicht verschwinden. Und wenn man erwarten darf, die Komponenten in erstklassiger Qualität zu erhalten, sollte es doch genussvoll werden.
Wurde es. Das Fleisch stammte von der Bio-Deichschäferei Fräulein Mäh und war zart im Biss und sehr erkennbar im Geschmack. Zudem perfekt medium rare mit kräftiger Röstung. Einfach regionales, in artgerechter Haltung erzeugtes bestes Fleisch. Begeistert mich jetzt noch.
Die Hülsenfrüchte kamen einmal ganz natürlich als grüne Brechbohnen, perfekter Biss, voller Geschmack und zurückhaltende, aber merkbare Kräuter. So einfach, so lecker. Interessanter ein kräftig abgeschmecktes Mus, das als „Schale“ für die Lammjus diente, die ebenso intensiv schmeckte, wie sie aussah. „Ehrliches Saucenhandwerk“ würde der Pälzer Heimatküchen-Verehrer sicherlich bescheinigen. Ich nenne es „böckchen-stark“. In den etwas zu teigig geratenen Maultaschen versteckte sich schließlich stark gekräutertes Keulenfleisch.
Randnotiz: Einen Sauvignon blanc als Weinempfehlung hätte ich nicht erwartet. Verwechslung mit dem Cabernet Sauvignon oder ein neuer Trend? Ich verzichtete als geschmähter Etikettensäufer vorsichtshalber…
Auch nicht alltäglich, dass es im Menü nach dem roten Fleisch nun - auf einem Teller - mit Fisch und Geflügel weiterging.
Der Zander war saftig und auf der Haut gebraten, die nur teilweise knusprig war. Was aber daran lag, dass der Fisch mit wunderbar krossem Hähnchen-Crumble gekrönt war. Das von Odefey&Töchter bezogene Geflügel war auch Grundlage für die erneut runde Jus, die den Fisch nicht übertönte. Den vegetarischen Part übernahm Zucchini, die als cremiges Gratin überzeugen konnte! Nix geschmacklos, sondern mit sehr „grünem“ Aroma und angenehmer Bitter-Note. Dass das Dressing des (seinen Namen verdienenden) Wildkräutersalates die darauf platzierten Zucchini-Chips natürlich durchweicht hatte, war eine sehr verzeihliche Nachlässigkeit der Küche.
Während ich still den fehlenden Käsegang betrauerte und mich mit der Beerenauslese tröstete, lobten die Kameraden den gar nicht mal so süßen Abschluss überschwänglich. Eine dicke, frisch aus der Pfanne kommende Scheibe Toastbrot war mit schmelzenden Bergkäse-Krümeln überzogen und wurde mit einem Sorbet von roten Beeren kombiniert, dazu karamellisierte weiße Schokolade. Umami und Fruchtsäure ist eine seltene, hier offenbar gut funktionierende Kombination. Warm und kalt geht sowieso immer und im Dessert sowieso!
Fazit: Die Kaiserküche liefert genau das, was sie verspricht. Erstklassige Produkte, ernst genommene Regionalität entsprechend der Saison, kombiniert mit sehr gutem Handwerk in einem modernen Ambiente. Der junge Service wurde schon gelobt.
Gerne wieder!
Oldenburg, die Landeshauptstadt des ehemaligen Großherzogtums zwischen Weser und Ems, ist gemessen an der Einwohnerzahl (nach Hannover und Braunschweig) die drittgrößte niedersächsische Stadt noch vor Osnabrück, kommt aber gastronomisch bei Weitem nicht an dessen vielfältiges gastronomisches Angebot heran. Im Gegenteil, gerade im Fine-dining-Bereich sah es lange noch schlechter aus als - abschreckendes Beispiel - im nur 50 Kilometer entfernten Bremen. Aber seit einiger Zeit tut sich an Weser wie eben auch an der Hunte etwas. Kevin Gideon hat sich mit... mehr lesen
4.5 stars -
"Sehr empfehlenswerte moderne Regionalküche" DerBorgfelderOldenburg, die Landeshauptstadt des ehemaligen Großherzogtums zwischen Weser und Ems, ist gemessen an der Einwohnerzahl (nach Hannover und Braunschweig) die drittgrößte niedersächsische Stadt noch vor Osnabrück, kommt aber gastronomisch bei Weitem nicht an dessen vielfältiges gastronomisches Angebot heran. Im Gegenteil, gerade im Fine-dining-Bereich sah es lange noch schlechter aus als - abschreckendes Beispiel - im nur 50 Kilometer entfernten Bremen. Aber seit einiger Zeit tut sich an Weser wie eben auch an der Hunte etwas. Kevin Gideon hat sich mit
Schon seit längerem hatte ich vor, bei einem meiner nächsten Besuche in Magdeburg endlich wieder dem Highkitchen einen Besuch abzustatten. Aber, wer zu spät kommt…
Seit dem 31.12. hat Danny Mette sein Gourmetrestaurant über den Dächern in der bisherigen Form geschlossen. Aber es geht am selben Ort weiter, wie die Homepage sehr vollmundig verrät: „Ab April/Mai entsteht eine komplett neue Welt - anders, innovativ, überraschend. Ein Konzept, das Magdeburg und die Region kulinarisch auf ein neues Level heben wird.“
Mir hat die bisherige Welt von Danny Mette sehr gut gefallen. Leider kollidierten meine Aufenthalte an der Elbe zu häufig mit den Schließzeiten. Es bleibt zu konstatieren, dass sich ein weiteres à la carte Gourmetrestaurant verabschiedet. Sehr schade.
Nun - hoffen wir das Beste und auf mehr als die Beschränkung auf unregelmäßige Themenabende…
Schon seit längerem hatte ich vor, bei einem meiner nächsten Besuche in Magdeburg endlich wieder dem Highkitchen einen Besuch abzustatten. Aber, wer zu spät kommt…
Seit dem 31.12. hat Danny Mette sein Gourmetrestaurant über den Dächern in der bisherigen Form geschlossen. Aber es geht am selben Ort weiter, wie die Homepage sehr vollmundig verrät: „Ab April/Mai entsteht eine komplett neue Welt - anders, innovativ, überraschend. Ein Konzept, das Magdeburg und die Region kulinarisch auf ein neues Level heben wird.“
Mir hat die bisherige Welt von Danny Mette sehr gut gefallen. Leider kollidierten meine Aufenthalte an der Elbe zu häufig mit den Schließzeiten. Es bleibt zu konstatieren, dass sich ein weiteres à la carte Gourmetrestaurant verabschiedet. Sehr schade.
Nun - hoffen wir das Beste und auf mehr als die Beschränkung auf unregelmäßige Themenabende…
High Kitchen | Hoch über den Dächern
High Kitchen | Hoch über den Dächern€-€€€Restaurant03915639395Otto-von-Guericke-Straße 86a, 39104 Magdeburg
stars -
"Relaunch im April mit neuem Konzept" DerBorgfelderSchon seit längerem hatte ich vor, bei einem meiner nächsten Besuche in Magdeburg endlich wieder dem Highkitchen einen Besuch abzustatten. Aber, wer zu spät kommt…
Seit dem 31.12. hat Danny Mette sein Gourmetrestaurant über den Dächern in der bisherigen Form geschlossen. Aber es geht am selben Ort weiter, wie die Homepage sehr vollmundig verrät: „Ab April/Mai entsteht eine komplett neue Welt - anders, innovativ, überraschend. Ein Konzept, das Magdeburg und die Region kulinarisch auf ein neues Level heben wird.“
Mir hat die
Geschrieben am 01.12.2024 2024-12-01| Aktualisiert am
03.12.2024
Besucht am 11.09.2024Besuchszeit: Abendessen 6 Personen
Nachdem mich vor sechs Jahren der erste Besuch im (sogenannten) Fine-Dining-Restaurant des noblen Parkhotels nach der Übernahme durch die Dorint-Gruppe mächtig ernüchtert hatte, mied ich das Parkrestaurant geflissentlich. Nun ja, bis auf zwei Besuche des sonntäglichen High-Teas, die zwar nicht weltbewegend, aber alles in allem doch sehr ordentlich waren.
Deshalb ließ mich die Ankündigung in der örtlichen Presse aufhorchen, man wolle nun wieder nach Höherem streben und habe dafür mit Frank Seyfried (zuletzt Gotthard‘s im Fährhaus, Koblenz) einen Sterneküche-erfahrenen Chef engagiert. Und als dann noch in unserem Stamm-Bistro ein Freund des Inhabers berichtete, er habe sich nach etlichen Jahren in der Gastro doch noch für eine Fachausbildung entschieden - und zwar bewusst im Parkhotel - war die Entscheidung gefallen: Zu sechst, darunter zwei Köche und eine langjährige Service-/Barchefin, wollten wir der neuen Qualitäts-Offensive auf den Zahn fühlen, für die als Restaurantleiter Taeke Halbersma aus der Brasserie Châpeau La Vache abgeworben wurde.
Mit dem verschmitzten Niederländer wollte ich im Vorfeld schon etwas die Weinauswahl abstimmen (Insgeheim hoffte ich auf Preziosen aus der Zeit vor der Insolvenz des 5*-Hotels…), wurde aber enttäuscht: Er habe gerade begonnen, den Keller wieder aufzurüsten, so dass sich vieles von der Weinkarte nicht mehr im Angebot befinde und manches noch nicht.
Nach dieser Aussage hatte sich eine (ohnehin von mir wenig geliebte) Weinbegleitung erledigt - Alles kann dienen. Aber auch ein Schuss ins Dunkel ergibt ja zuweilen schöne Treffer. Um es vorweg zu nehmen: Wir wurden so reichhaltig fündig (Fehlanzeige nur bei Dessertweinen), dass irgendwann der oben erwähnte Freund vorgeschickt wurde, um uns vom Unmut etwas lärmempfindlicher Gäste an den Nebentischen zu berichten. Wohl nicht ganz zu Unrecht, denn die Stimmung war schon nach der Magnum des Jahrgangs-Champagners ausgelassen. Wir zeigten uns einsichtig und erhielten auch keine weiteren Ordnungsrufe.
Das Ambiente unverändert ein für meinen Geschmack nur so mittel gelungener Mix aus klassischer Eleganz und modernen Materialien, Farben und Kunstwerken.
In fröhlicher Stimmung erreichten uns die Küchengrüße, die gleich mal klar machten, dass hier wieder Ambitionen bestehen:
Ein Ring Ziegenfrischkäse pufferte mit seiner typischen Säuerlichkeit eine innenliegende Reineclauden-Marmelade ab. Perfekt dazu die würzige Kräuternote kandierter Fenchelblüten. Nur vom Pumpernickel-Crumble gern etwas mehr für das Mundgefühl.
Noch besser eine Nocke Steinpilz-Sorbet mit drei Texturen von Basilikum: Ein Chip aus dehydriertem Pulver, Öl und ein frittiertes Blatt. „Old school“- Diskussionen hin oder her: Ich mag ihn einfach, den zartesten Knusper, seit es Kräuter gibt. (Ich habe leider kein Foto für Euch!)
Der Abend hatte vielversprechend begonnen und so waren wir gespannt, ob Frank Seyfried und Team das Niveau handwerklich und kreativ würden halten können. Und siehe da: Sie konnten.
Die Preisgestaltung ist so, wie man es im 5-Sterne-Hotel erwartet: Ambitioniert. Immerhin beginnt das Menü schon bei drei Gängen, jedoch zu 89€ und reicht bis zu deren sechs, wofür dann 145€ anfallen. Zusatzgänge sind nicht vorgesehen und zwar, weil das Konzept kein festes Menü vorsieht, sondern die Gäste frei aus den 12 à-la-carte-Gängen (je dreimal Vorspeise, Zwischengang, Hauptgang und Dessert) wählen können. Das wiederum ist sehr kundenfreundlich, zumal auf Nachfrage auch mehrere Hauptgänge möglich gewesen wären. Die Weinpreise machen es möglich, vermute ich. Eine Möglichkeit: Bei Getränken beschränken. Aber das wäre ja nur der halbe Spaß… Auch positiv, dass zumindest in den ersten drei Rubriken immer ein veganes Gericht dabei ist. Die Zeiten, dass sich vegetarisch/vegan ernährende Menschen die Gemüsebeilage essen müssen, scheinen nun wirklich vorbei zu sein.
Wir sechs wählten also nach Herzenslust durch die Karte, teilweise tauschten wir auch. Trotz des relativ edlen Ambiente hatte ich nicht den Eindruck, dass sich irgendjemand daran störte.
Den Anfang machte eine sehr farbenfrohen Komposition aus Lachstatar, Calamares (mit einer mir japanisch vorkommenden Schnitt-Technik) und als fruchtiger Part - Überraschung: Nektarine! Süß und salzig in Kombination mag ich fast noch lieber als süß-sauer, daher für mich perfekt. Ebenso wie der zarte Tintenfisch mit Flämm-Aromen, das handwerklich sehr akkurat gearbeitete Röllchen und die kräuterige Note der kleinen Blättchen (Radio IO wird im Prinzip antworten, was es ist…).
Mein lieber Scholli, das war mal ein Auftakt in vorsichtig(!) modernisierter klassischer Küche, der sich gewaschen hatte.
Bei den Veggies am Tisch startete man mit Variationen von Steinpilz, Tomate und Basilikum, bei der die Küche eine Texturen-Leistungsschau ablieferte. Aber bitte, allemal besser als die Tristesse der letzten Jahre und geschmacklich ebenso hervorragend wie handwerklich.
Nur probieren durfte ich bei meiner Frau einen weiteren Klassiker 2.0:
Exakt gegarte Jakobsmuscheln badeten in ihrer mit Stachelbeere aromatisierten Nage! Klingt wild, wurde aber mit Petersilienwurzel eingefangen. An sich auch ein sehr starker Geschmack, aber die gedörrten Streifen ließen der Muschel durchaus Raum, wenn man ihr etwas Zeit zur Entfaltung gönnte.
Die vegetarische Fraktion lobte derweil die Artischockenvariation überschwänglich.
Gebacken, gefüllt mit veganem Blauschimmel-Petit Azur (Grundstoff Cashewkerne), serviert auf Walnussragout in einer Artischockensauce mit Madeira, beträufelt mit Zitronenverbene-Öl.
Star des Abends war für mich der Zwischengang:
Ein Ring aus für dieses Muskelfleisch unfassbar zartem Rinderherz-Ragout. Getoppt von einem nicht übermäßig dünnem, aber dafür sehr akkurat gearbeitetem und gegartem Raviolo, der eine schlotzige, süß-würzige Zwiebelfüllung mit perfektem Biss enthielt. Wunderbar ergänzt mit kleinen Stückchen Räucheraal, nicht zu fett. Dazu Jus, Lorbeer-Öl und Zwiebelschaum.
Ganz starker französischer Teller!
Als Hauptgang hatte ich mich für Lamm entschieden: Zartes Filet, gerade medium, Geschmortes aus der Keule und ein kleines Kotelett (Lamm-Chop) überzeugten am Gaumen und in der Ausführung. Besonders gut die glänzende, klassische Sauce. Auch schön Kartoffelmousse in Talerform, deren krümelige Struktur trocken aus sah, aber überhaupt nicht war. Fenchel als Beilage war nur zurückhaltend eingesetzt und auch nicht sonderlich kreativ. Das sehr gute Fleisch stand im Vordergrund und konnte insoweit völlig überzeugen, halt nur nicht begeistern.
Auf den vegetarischen Plätzen ein ähnliches Bild: Texturen von Sellerie (u.a. eine Mille Feuille) in Kombination mit Apfel und Sommertrüffel wurden gelobt, aber nicht begeistert gefeiert.
Beim Dessert drehte die Küche/Patisserie nicht nur optisch noch einmal richtig auf: Schon auf der Karte schienen mir Mango, Yuzu, (madagassische) Manjari-Schokolade und Banane zwar wunderbar zueinander zu passen, aber eben auch recht viele Zutaten zu sein. Auf dem wunderschönen Teller - dem „klassischen“ Stil des Hauses - folgend, in der Tat ein Feuerwerk von Aromen, Texturen und Temperaturen. Für den Süßen Fan und alle anderen Leckermäuler sicher ein Traum!
Ich probierte nur ein paar Löffelspitzen und gab mich dann meinen eigenen Tagträumereien hin, in denen gereifter Comté und Pont l‘Eveque die Hauptrolle spielten… Die Phantasie ist eben das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können! (In der bitteren Realität kein Käse im Angebot.)
Der Abschluss zum Kaffee geriet dann vergleichsweise unspektakulär mit Himbeer-Macaron, hellem Nuss-Praliné und buttriger Madeleine.
Am Ende des Abends überraschte uns Küchenchef Frank Seyfried ganz traditionell mit seinem Besuch am Tisch und nahm das völlig verdiente Lob entgegen.
Für das, wofür das Parkhotel kulinarisch jetzt endlich wieder steht, war es eine reife Leistung. Go, Bremen! Go!
Nachdem mich vor sechs Jahren der erste Besuch im (sogenannten) Fine-Dining-Restaurant des noblen Parkhotels nach der Übernahme durch die Dorint-Gruppe mächtig ernüchtert hatte, mied ich das Parkrestaurant geflissentlich. Nun ja, bis auf zwei Besuche des sonntäglichen High-Teas, die zwar nicht weltbewegend, aber alles in allem doch sehr ordentlich waren.
Deshalb ließ mich die Ankündigung in der örtlichen Presse aufhorchen, man wolle nun wieder nach Höherem streben und habe dafür mit Frank Seyfried (zuletzt Gotthard‘s im Fährhaus, Koblenz) einen Sterneküche-erfahrenen Chef engagiert.... mehr lesen
Park Restaurant im Park Hotel Bremen
Park Restaurant im Park Hotel Bremen€-€€€Restaurant, Bar, Hotel042134080Im Bürgerpark 1, 28209 Bremen
4.0 stars -
"Hallo, da geht ja was!" DerBorgfelderNachdem mich vor sechs Jahren der erste Besuch im (sogenannten) Fine-Dining-Restaurant des noblen Parkhotels nach der Übernahme durch die Dorint-Gruppe mächtig ernüchtert hatte, mied ich das Parkrestaurant geflissentlich. Nun ja, bis auf zwei Besuche des sonntäglichen High-Teas, die zwar nicht weltbewegend, aber alles in allem doch sehr ordentlich waren.
Deshalb ließ mich die Ankündigung in der örtlichen Presse aufhorchen, man wolle nun wieder nach Höherem streben und habe dafür mit Frank Seyfried (zuletzt Gotthard‘s im Fährhaus, Koblenz) einen Sterneküche-erfahrenen Chef engagiert.
Geschrieben am 23.11.2024 2024-11-23| Aktualisiert am
24.11.2024
Besucht am 07.11.2024Besuchszeit: Abendessen 2 Personen
Die gastronomische Entwicklung in Köln ist dynamisch; zumindest aus der Sicht eines nur gelegentlichen Besuchers der Domstadt. Mir kommt es vor, als ob bei jedem meiner zwei bis drei Aufenthalte im Jahr wieder ein neues, ambitioniertes Restaurant seine Pforten geöffnet hat.
Da müssen die arrivierten Anbieter sehen, wie sie das genussgeneigte Publikum halten oder zurückgewinnen.
So auch Alen Radic, der sympathische, kroatischstämmige Inhaber und Koch des Limbourg, der zwischen und vor den denkmalgeschützten roten Ziegelmauern im quirligen Belgischen Viertel vornehmlich klassisch-basierte Küche serviert. Schon seit längerem gibt es einmal im Monat den Dimanche de grand-mêre: Ein üppiges Mittagsbuffet „wie bei Oma“ - auch, aber nicht nur mit dem klassischen Sonntagsbraten. Günstige 40€ sind auch der Kurs für das aus 5(!) kleinen Gängen bestehende Mittagsangebot von Montag bis Donnerstag. Neu ist das Dinner au Champagner am ersten Sonntag im Monat. Mir war dagegen eine Neuigkeit aufgefallen, als ich auf der Suche nach einem ebenso kuscheligen wie hochwertigen Abendangebot für eine „verdiente“ Kollegin und mich war: Erstmals bietet Radic ein großes Degustations-Menü an, das mit sage und schreibe 12 Tellern nur „Highlights“ der vergangenen Jahre beinhaltet. Die dafür aufgerufenen 190€ weckten entsprechende Erwartungen zusammen mit leichten Befürchtungen bzgl. der Menge. Nun denn!
Nach einem feinen Aperitif in Seiberts Cocktail-Bar wurden wir im gut besuchten, aber nicht ausreservierten Limbourg von der bestens gelaunten Sommelière empfangen, die zusammen mit einem ebenso freundlichen Kollegen entspannt und aufmerksam den Abendservice wuppte. Angenehm und fehlerlos - volle Punktzahl.
Neben dem obligatorischen Mineralwasser (Taunusquelle 8€) kam bei einem gereiften, fantastisch frisch gebliebenen Jahrgangs-Champagner (Feuillatte, Palmes d‘Or, 2006) und einem mächtigen kalifornischen Chardonnay (Grgich Hills, 2014) niemals Durst, dafür große Begeisterung auf. Kleine, aber wirklich interessante und fair kalkulierte Weinkarte.
Schon vor dem Start des Menüs wurde Sauerteigbrot in Muffin-Form gereicht, mäßig knusprige Kruste, kompakte Krume. Spannend die drei Dips: Eine Fisch-Muschel-Krustentier-Mousse überraschend süß, die aufgeschlagene Butter startete mit deutlichem Erbsengeschmack und ging dann zu Rucola-Bitterkeit über. Ob zu salzig, blieb am Tisch streitig. Nicht dagegen, dass der leichte Frischkäse mit angenehm zitrischer Yuzu-Note am meisten überzeugte.
Tatsächlich wurde vor dem eigentlichen Start noch ein pochiertes (Wachtel?)-Ei in süffiger Hollandaise mit gehobeltem Trüffel serviert. Klassischer Schmackofatz-Happen.
In einem Holzkistchen edel präsentiert, begann das Menü augenzwinkernd: Anchovis-Pulver in die Form einer Fischgräte gepresst war natürlich ein Hingucker. Sehr knusprig. Der Fischgeschmack blieb gewollt hinter einem kräftigen, fast zu dominanten Piperaden-Gel von gelber Paprika und einer ausgleichenden Burrata-Crème zurück, so dass der Kaviar nicht nur als teure Deko diente. Dass ich mich zudem aus dem Salzbett hätte bedienen können, in dem die kleine Spielerei präsentiert wurde, fiel mir erst nach einem Hinweis des Service auf.
Beim nächsten Teller wurde es erneut kräftig: Mittelfetter Thunfischbauch (chu-toro) gebraten und von einer angegossenen Yuzu-Vinaigrette frisch aufgefangen. Das funktionierte, allerdings hätten wir uns die Jalapeño-Salsa etwas prononcierter gewünscht. Das längliche Kräuterblatt wurde uns als Popcorn-Kresse vorgestellt und schmeckte tatsächlich nach (frischem) Mais. Dass Mexiko auch ein großer Pazifik-Anrainer ist, wurde mit der Kombi kulinarisch in Erinnerung gerufen.
Im Wechsel war jetzt wieder vegetarische Leichtigkeit an der Reihe: In einem Melonensud erfreute Manuka-Honig in Form einer akkuraten Gel-Rolle mit Shiso-Frischkäse gefüllt. Auch die Blüte (und vielleicht die Blätter?) als Topping schien mir von der gesunden Myrtenart zu stammen. Fruchtsüße erhielt hier einen starken, ätherische Kräuter-Twist, der meiner Begleiterin ausnehmend gut gefiel, meinen Geschmack nicht besonders traf. Ich fremdle aber auch mit Anis, Salbei und Konsorten. Kleine Chips aus Tempurateig sorgten für Crunch, waren nur etwas zu hart geraten.
Alen Radic verwöhnte uns dann mit Carabinero in Texturen: Fester Schwanz vom Binchotan-Grill, typischer Rotgarnelengeschmack ohne die oftmals sehr dominanten Rauchnoten sonstiger Holzkohle.
Dann ein „Cappuccino“, dessen sahnige Haube die intensive Bisque etwas zu gefällig werden ließ. Und ein sehr fein gearbeitetes Cornetto aus Plankton, gefüllt mit gezupftem Carabinero, begleitet von Melonen-Gel und getoppt mit Kaviar - quasi ein Shrimps-Cocktail de luxe.
Mein Favorit an diesem Abend!
„Natürlich“ ging es süffig weiter: Gegrillter zarter Oktopus badete zusammen mit confierten Kartoffelstücken in einer Chorizo-Aioli, der trotz des Piment d‘Espelette etwas mehr Wumms gut getan hätte. Etwas gepickelter Fenchel und Brunoise von Nashi-Birne sorgten für Crunch, aber wir hätten uns auch ein ausdrucksstärkeres Obst vorstellen können.
Warum nun erneut ein ähnlich „molliger“ Teller folgte, konnten wir nicht nachvollziehen. Natürlich ist ein mit Trüffelfarce gefüllter, handwerklich fein gearbeiteter Dumpling in würziger Miso-Veloute mit frisch gehobeltem Edelpilz ein durch und durch lippenleckender Genuss.
Aber definitiv ein „problematischer“ Menü-Aufbau zu diesem Zeitpunkt.
Wir waren jedenfalls dankbar, dass der Service eine Pause anbot, die wir tatsächlich für den Gang „einmal um den Pudding“ nutzten, um Atem zu schöpfen.
Nachdem wir durch kalte Luft und Bewegung wieder aktiviert waren, wurde auch der Gaumen erfrischt - Aber wie: Nicht mit erwarteter Säure, sondern Umami, Bitterkeit und Salzigkeit!
Das Wakame-Champagner-Sorbet mit (reichlich) Kaviar war ein kleiner Geniestreich und eine Augenweide. Bravo!
Der letzte (reine) Fischgang brachte eine kleine gegrillte Tranche Kabeljau, schön saftig, die einerseits klassisch mit Spinat, andererseits mit kräftigen Shitake-Pilze und einem wohltarierten Passionsfrucht-Schaum kombiniert war. Das war intelligent zusammen gestellt und „einfach“ lecker!
Spätestens ab jetzt hatte ich doch arg zu „kämpfen“ und die Fleischgänge kamen ja noch...
Auf den ersten war ich sehr gespannt: Die Kombination Foie gras, Aal und Taube war der Papierform nach absolutes Luxusvergnügen, „drohte“ aber erneut mit viel Geschmacksträger (aka Fett). Schon optisch geriet die Portion angenehm überschaubar. Die drei Hauptdarsteller waren intelligent in Teig eingerollt, der durch Anbraten etwas Crunch bekommen hatte. Alen Radic sprach später von einer Art Tramenzzino; ich dachte eher an einen Grießteig. Geschmacklich sehr gelungen im Zusammenspiel, aber auch jeder einzelne Protagonist. Die sündige Schnitte wurde - schon fast puristisch - nur auf dem Spiegel einer dunklen, kräftigen Sauce gereicht, die ihre Taubenherkunft nicht verleugnete. Vielleicht war auch etwas Blut mit im Spiel. Jedenfalls noch ein wenig einer zweiten Sauce, vielleicht Pflaume.
Damit war für mich klar die Aufnahmefähigkeit erreicht. Was ich wirklich bedauerte, denn der Fleischteller vom US-Beef glänzte durch tolle Produkte (Flank-Steak, Schmorschulter, Pulled-beef-Praline mit Trüffelmayo), abwechslungsreich deklinierten Beilagen - Trüffel, Karotte, und Kartoffel (u.a. Millefuille) und einer bestechend intensiven Pflaumen-Sauce. Doch beim besten Willen konnte ich zu diesem Zeitpunkt nur noch an allem ein wenig knabbern; das war’s dann aber auch.
Während sich meine Begleitung tapfer durch zwei Desserts „kämpfte“,
plauderte ich vor der Tür bei einem magenberuhigenden Bénédictine angeregt mit Chef Radic, der einräumte, selbst schon an eine Verkleinerung des Menüs gedacht zu haben. Aber höchstens auf 9 bis 10 Gänge, denn „Hier soll keiner hungrig rausgehen!“
Die Worte noch im Ohr, entdeckte ich zurück im Gastraum eine schöne Käseplatte und wie es der Zufall so will, fanden sich kurz darauf auf meinem Teller (kleine!) Stücke von Brillat Savarin, Reblochon, Brie de Meaux und Blue Stilton. Gereift genug, angenehm temperiert und mit dem selbst hergestellten, reichhaltigen Früchtebrot ein genialer Abschluss.
Bei den Petit Fours und Pralinés streikte selbst meine disziplinierte Kollegin. Aber natürlich überreichte ihr unsere charmante Service-Fee sechs kleine Schmuckstücke „to-go“. Sie schmeckten auch noch am nächsten Morgen…
Übrigens nicht das einzigen Mitbringsel aus dem Limbourg: Durften wir uns doch beide ein gar nicht so kleines Fläschchen aus den verschiedenen Obstbränden und -Likören aussuchen, abgezapft und originalverkorkt nicht von Pahlgruber&Söhne sondern von Vater Radic in der Heimat. Welch nette, großzügige Geste, die so perfekt zu unserem sympathisch-geradlinigen Gastgeber passte, der uns an diesem Abend auf das Reichhaltigste verwöhnte. Es wird mit Herz und Seele gekocht; prononcierte Aromen oder intellektuelle Spielereien stehen hier nicht im Fokus. Auch bemerkenswert: Dem Zwei-Mann-Team in der kleinen Küche unterlief nicht ein einziger handwerklicher Fehler im überreichen Best-of-Potpourri.
Bravo, lieber Alen und Team, und sehr gerne À bientôt!
Die gastronomische Entwicklung in Köln ist dynamisch; zumindest aus der Sicht eines nur gelegentlichen Besuchers der Domstadt. Mir kommt es vor, als ob bei jedem meiner zwei bis drei Aufenthalte im Jahr wieder ein neues, ambitioniertes Restaurant seine Pforten geöffnet hat.
Da müssen die arrivierten Anbieter sehen, wie sie das genussgeneigte Publikum halten oder zurückgewinnen.
So auch Alen Radic, der sympathische, kroatischstämmige Inhaber und Koch des Limbourg, der zwischen und vor den denkmalgeschützten roten Ziegelmauern im quirligen Belgischen Viertel vornehmlich klassisch-basierte Küche... mehr lesen
4.5 stars -
"Feuerwerk aus Alen Kanonen" DerBorgfelderDie gastronomische Entwicklung in Köln ist dynamisch; zumindest aus der Sicht eines nur gelegentlichen Besuchers der Domstadt. Mir kommt es vor, als ob bei jedem meiner zwei bis drei Aufenthalte im Jahr wieder ein neues, ambitioniertes Restaurant seine Pforten geöffnet hat.
Da müssen die arrivierten Anbieter sehen, wie sie das genussgeneigte Publikum halten oder zurückgewinnen.
So auch Alen Radic, der sympathische, kroatischstämmige Inhaber und Koch des Limbourg, der zwischen und vor den denkmalgeschützten roten Ziegelmauern im quirligen Belgischen Viertel vornehmlich klassisch-basierte Küche
Wenn Sie unsere Webseiten besuchen, kann Ihre Systemsoftware Informationen in Form von Cookies oder anderen Technologien von uns und unseren Partnern abrufen oder speichern, um z.B. die gewünschte Funktion der Website zu gewährleisten.
Datenschutz-Einstellungen
Hier können Sie festlegen, wie wir Ihre Daten verwenden dürfen. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionen zur Verfügung stehen.
Unbedingt erforderliche Technologien
Um Sicherheit gewährleisten, Missbrauch verhindern und Inhalte und Anzeigen technisch sowie unsere Services wie von Ihnen gewünscht bereitstellen zu können, sind folgende Technologien erforderlich.
Produkte oder Inhalte technisch bereitstellen
z.B. Session für Warenkorb, Favoriten, letzte Bestellungen ...
Google Maps
z.B. Integration von Google Maps Standorten über iFrame- / Javascript Technologie im internen Bereich an erforderlichen Stellen.
Google Anzeigen
z.B. die kostenlose Nutzung unserer Website ist nur mit Google Adsense Werbeanzeigen möglich.
Performance Cookies
Mithilfe dieser Cookies können wir Besuche und Traffic-Quellen zählen, damit wir die Leistung unserer Website messen und verbessern können. Sie geben uns Aufschluss darüber, welche Seiten beliebt und weniger beliebt sind und wie sich Besucher auf der Website bewegen.
Google Analytics
z.B. Erfassung der Seitenaufrufe, Verweildauer usw.
Google Tag Manager
z.B. Erfassen von Events (Warenkorb, Bestellprozess, Aktionen usw.)
Facebook Pixel
z.B. Erfassen von Events (Warenkorb, Bestellprozess, Aktionen usw.)
Multimediale Cookies
Diese Cookies ermöglichen es uns, die Funktionalität und individuelle Gestaltung zu verbessern, beispielsweise von integrierten Videos und virtuellen 360° Rundgängen. Ohne diese Cookies können einige oder alle dieser Funktionen nicht ordnungsgemäß funktionieren.
Youtube Videos
z.B. Integration von Youtube Videos über iFrame Technologie.
Google Maps
z.B. Integration von Google Maps Standorten über iFrame- / Javascript Technologie.
Google Maps 360° Rundgänge
z.B. Integration von Google Maps 360° Rundgängen per Javascript
Marketing Cookies
Diese Cookies ermöglichen es uns, auf die Benutzerinteressen abgestimmte Werbung einzublenden.
Beim Gang die steile Treppe hinunter zu den Toiletten konnte ich mich durch einen Blick in die Küche überzeugen, dass das Frühstückscafé ein echter Familienbetrieb ist. Mutter führt das Regiment am Herd, unterstützt von zwei vermutlich Töchtern, weitere junge Damen wuppen den Service professionell, dabei freundlich und flott. Sehr angenehm.
Die finnische Bezeichnung schlechthin und das in verwaschenen Weiß-, Grau- und Brauntönen gehaltene Ambiente ließ uns ein hippes nordisches Café vermuten.
Tatsächlich stehen - sicherlich der Ursprungsheimat der Inhaberfamilie geschuldet - viele teils modernisierte türkische Gerichte auf der Karte, die aber durch die aktuellen Trends ergänzt werden. Auf den Iced Matcha Latte hätte niemand verzichten müssen. Stattdessen wählten wir überwiegend frischen Minz-Tee (beim Türken immer eine sichere Bank), eine sehr schön gebauten Latte Macchiato (die sich beim Foto leider schon gemischt hatte): oder „stinknormalen“ Kaffee (der natürlich als „Americano“ serviert wurde). Alle sehr lecker; das geht ja manchmal unter.
Insbesondere, als die gewählten Gerichte doch allenthalben mit positiver Überraschung kommentiert wurden.
Für das Paar neben mir und PetraIO gab es pochierte Eier mit Avocado und Lachs, gegenüber hatte sich der Süße Fan für Ziegenfrischkäse mit Feigenmus und Pinienkernen entschieden, beides auf kräftigem Landbrot.
Die verbleibenden Herren in den Ecken der schnell zusammengestellten Tafel scherten etwas aus der Brot-Spur. Wobei sich das frisch geröstete dicke Fladenbrot perfekt zum Aufstippen der Eierspeisen und des verbleibenden köstlichen Suds eignete. Während Petras Mann klassische Rühreier mit würziger Suçuk-Wurst und Champignons bestellt hatte, schlemmte ich durch mein Menemen, das wunderbar saftig aus der Pfanne gekommen war und durch cremigen Schafskäse und einige Granatapfelkerne veredelt wurde.
Überhaupt konnte das Auge bei allen Gerichte viel Schönes mit „essen“!
Auch die Gerichte an den Nebentischen sahen höchst appetitlich aus; ein Riesen-Stapel Pancakes führte zu einem Raunen durch das ganze Café, in dem mir die ansonsten überraschend angenehme Geräuschkulisse gefiel. Ich hoffe, das galt auch für die Menschen an den Nachbartischen, denn die Stimmung unserer kleine Gruppe war nicht nur durch Speis und Trank ganz ausgezeichnet.
Nach reichlich 90 Minuten verließen wir höchst zufrieden das Sisu. Das war ein super netter Abschluss des Genießertreffens in der Domstadt!