"In Memory of Opi Hartwig - oder -schön wenn man gute Freunde in schweren Stunden an seiner Seite hat"
Geschrieben am 03.04.2025 2025-04-03 | Aktualisiert am 03.04.2025

"Hier ist man gut aufgehoben"
Geschrieben am 26.03.2025 2025-03-26

"Zwei Kleinigkeiten vermasseln die volle Punktzahl"
Geschrieben am 10.12.2024 2024-12-10 | Aktualisiert am 10.12.2024

Und prompt fiel uns da auch das neue Restaurant Großenbrode ein, welches Opi Hartwig im Dezember letzten Jahres gemeinsam mit uns testen wollte. Wir waren damals rundum zufrieden, und hatten natürlich auch Wastel davon vorgeschwärmt. Also war unser Ziel klar.
Nachdem wir bei den beiden den Nachmittag bei Gebäck und einem Kaffee zugebracht haben, Lucie und Wastel samt seinem „Ferrari“ in unserem fahrbaren Untersatz untergebracht hatten, ging es Richtung „Europa“ wie die Insulaner so schön sagen, wenn sie die Insel Richtung Festland verlassen. Ein Tisch wurde vorab online reserviert, das war also auch kein Problem. Nachdem ich die beiden Damen und Wastel vor dem Restaurant abgesetzt hatte, und diese das Lokal betraten, musste ich in der näheren Umgebung nach einem Parkplatz Ausschau halten, dass das Restaurant selbst keine besitzt, und unmittelbar davor Parkverbot herrscht. Ich kam also nach, und die dreie saßen schon an dem ihnen zugewiesenen Tisch. Dieser war für Wastel strategisch günstig, kam er doch hier auch gut heran.
Die beiden Damen saßen uns gegenüber auf einer großen, breiten, weich gepolsterten Lederbank, während wir zwei GG-Schwergewichte auf gemütlichen und ebenfalls weich gepolsterten Lederstühlen Platz fanden. Der rustikale, große Tisch bietet ausreichend Platz für Speisen und Getränke. Uns im Rücken stand die riesige Theke, dahinter konnte man ab und an einen fixen blick in die Küche erhaschen. Das Lokal war für einen Sonntagabend erstaunlich Mau besetzt, aber es ist ja gerade auch auf der Insel noch nichts los. Die Touris kommen erst ab Ostern.
Für unseren Tisch zuständig war ein junger Herr, das Namensschild wies ihn als Azubi aus. Er war freundlich, hatte seine Gäste im Blick, konnte zum Essen und zu den Getränken fachkundig beraten, hatte immer einen freundlichen und flotten Spruch auf den Lippen, man sah ihn ständig (kein aufgesetztes) lächeln, hier hatte einer Spaß an seinem Job, und lebte das auch voll aus. Wow, das wird mal ein richtig guter Gastronom. Wünschen wir ihm weiterhin so viel Liebe und Spaß an diesem schweren Job.
Die Speisekarte lag bereits auf unsern Tisch aus, seit Dezember hat sich hier nichts geändert. Somit war unsere Auswahl an Speisen und Getränken recht schnell klar.
Wir orderten also:
Getränke:
· 1x 0,5ér Duckstein Weizen für 5,90 €
· 2x 0,5ér Duckstein Rotblond Original für je 5,90 €
· 1x 0,2ér Riesling halbtrocken, Mosel Kallfelz für 7,20 €
Vorspeisen:
· 1x Tomatensuppe mal anders -Cappuccino von der Grilltomate mit Rucolaschaum für 6,50 €
· 1x Fünf gebackene, cremige Käsebällchen im Knuspermantel und Preiselbeeren-Dip für 5,90 €
Hauptspeisen:
· 2x Rumpsteak – 250 gr zartes Rumpsteak vom Lavasteingrill mit Fettrand gegrillt, dazu Bratkartoffeln und Kräuterbutter zu je 27,90 €
· 1x Holsteiner Sauerfleisch mit Bratkartoffeln, roten Zwiebeln und Remouladensoße für 18,90 €
· 1x Gebratenes Dorschfilet (200 gr) auf tomatisiertem mediterranen Gemüse, dazu Rosmarinkartoffeln für 23,90 €
Die Getränke waren nach wenigen Minuten am Tisch, es konnte also erst einmal ein herzlich Prost geben.
Während wir beiden älteren Herren das Duckstein Rotblond Original bevorzugten, wollte Lucie heute mal das Duckstein Weizen probieren, und war davon echt angetan. Meine Frau griff wie immer zum halbtrockenen Weißwein, hier der Riesling, welcher auch sehr gut war.
Knappe 10 Minuten später standen dann schon die beiden Vorspeisen auf dem Tisch. Die cremigen Käsebällchen hatten wir als Snack für den Tisch bestellt, und stellten diese in die Mitte, damit jeder naschen konnte.
Schlecht waren sie nicht. Unter ihrem knusprigen Mantel war ein herzhaft würziger und cremiger Käse versteckt. Sie waren richtig gut, und verschwanden so mir nichts dir nichts vom Teller. Der Preiselbeeren-Dip hätte eher als Preiselbeeren-Quark durchgehen können. Angenehm mild, nicht zu süß und passend zu den kleinen Käsebällchen.
Meine Frau wollte heute wieder diese Tomatensuppe mal anders, und wurde auch heute nicht enttäuscht. Auch heute wieder bedeckte der grüne Rucolaschaum die ganze Tasse.
Und auch heute wieder war dieser Cappuccino von der Grilltomate aus frischen Tomaten püriert, mit Kräutern versetzt und angenehm gewürzt. Die Käsestange als Snack obenauf fehlte natürlich auch nicht. Das könnte so ihre Lieblingssuppe werden.
Viel zeit zum Reden blieb dann allerdings nicht, denn bereits nach 20 weiteren Minuten waren unsere Hauptspeisen am Tisch. Lucie wählte das Holsteiner Sauerfleisch mit Bratkartoffeln, roten Zwiebeln und Remouladensoße,
Wastel probierte sich am Rumpsteak vom Lavasteingrill mit Fettrand gegrillt, dazu Bratkartoffeln und Kräuterbutter. Seine eigene Bewertung davon hat er bereits hier geschrieben. Allerdings muss ich sagen, dass mich Lucies Holsteiner Sauerfleisch auch mächtig imponiert hat. Das wäre mal was fürs nächste Mal.
Was hätte unser Opi Hartwig bestellt? Natürlich Fisch. Und natürlich hätte auf alle Fälle auch Dorsch, sein Lieblingsfisch, dabei sein müssen. Also gab es für mich heute keine großen Überlegungen, und so orderte ich das Gebratene Dorschfilet auf tomatisiertem, mediterranem Gemüse mit Rosmarinkartoffeln.
Opi Hartwig hätte gestrahlt angesichts dessen, was da auf meinem Teller lag. Oben auf dem mediterranen Gemüse lagen zwei große Stücken, kross auf der Haut gebratene Filets vom Dorsch. Der Fisch herrlich saftig, der feine, milde Geschmack des Dorsches blieb voll und ganz erhalten, das Fleisch war herrlich weich und saftig. Die krosse Haut war ein Gedicht für sich.
Meine Frau störte sich an dem mediterranen Gemüse, allerdings muss ich sagen das dies hervorragend hier dazu passte. Das Gemüse aus gegrillten Paprika, Zucchini, Bohnen, Lauchzwiebel und Pilzen angerichtet, war sehr gut gewürzt, die milde Tomatensoße rundete das Gemüse schmackhaft ab. Die Rosmarinkartoffeln hätten für mich gerne noch etwas länger in der Pfanne verharren dürfen, aber sie waren trotzdem sehr gut. Das wäre auf alle Fälle Opi Hartwigs Fall gewesen.
Überhaupt nicht der Fall war heute das Rumpsteak meiner Frau. Wastel als auch meine Frau hatten ihr Steak medium bestellt. Während Wastel sein Steak medium und schön zartrosa und saftig war, wurde wohl das Steak meiner Frau zu lange auf dem Grill belassen, oder längere Zeit im Warmhalter pausiert.
Auch wenn Wastel meinte, dass ein Steak ja nachgart, das hier war eindeutig zu viel. Denn selbst durchgebraten ist schon geschmeichelt. Meine Frau überlegte lange ihr Steak zurück gehen zu lassen. Was ihr allerdings nicht gefiel, sie hätte dann alleine Essen müssen. So biss sie in den sauren Apfel, bzw das trockene Steak. Das dies nicht ihren Wünschen entsprach sah man dann letztendlich am Gesichtsausdruck.
Auch wenn in der Beschreibung steht das das Rumpsteak mit Fettrand gegrillt wird, davon war auch bei ihrem Steak eindeutig zu viel dran, und ließ sie letztendlich fast ein Viertel des Steaks am Ende auf dem Teller zurück. Das war nichts. Dafür schmeckten ihr die Bratkartoffeln, welche hier in verschieden großen Stücken serviert wurden, was meiner Meinung davon zeugt das die Kartoffeln hier frisch geschnitten werden und nicht aus der Großhandelsmarkttüte kommen. Allen Anschein nach wurden die Bratkartoffeln in der Fritöse zubereitet, das machte sie außen knusprig und goldgelb bis leicht braun. Frischer Lauch fehlte ebenso wenig wie genügend Speckwürfel, welche allerdings einen Ticken zu lange in der Pfanne/Fritöse waren, denn sie waren schon sehr knusprig. Auch bei den Bratkartoffeln gingen Wastels und unsere Meinung auseinander, aber so soll das ja auch sein.
Nach dem Essen wollten wir natürlich noch nicht nach Hause, und Wastel sowie die zwei Damen wollten sich noch den ein oder anderen Verdauer gönnen.
Gab es erst einen „Brodi“, den hauseigenen Kräuter, wurde später auf diverse Obstler umgeschwenkt. Nicht nur wegen dem Geschmack, nein, auch da hier die Obstler vor dem verzehr mit einem Teelicht erwärmt werden. Hat natürlich nicht nur Auswirkungen auf den Geschmack, sondern macht für den Gast auch was her.
Es war ein schöner Abend mit guten Freunden und guten Essen. Einzig meine Frau war mit ihrem (wirklich) schlechten Rumpsteak nicht zufrieden. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass dieses Restaurant Ausbildungsbetrieb ist, und heute ja im Service ausnahmslos Azubis waren. War das in der Küche vielleicht auch der Fall?
FunFact: beim schreiben hier bemerkte ich, dass das Restaurant Großenbrode das letzte Restaurant war, in welchem wir gemeinsam mit Opi Hartwig essen waren. Für uns also ein besonderer Ort.
Unser Fazit: Gesamt zahlten wir 173,90 € für 4 Leute im Restaurant Großenbrode, wobei Wastel die Getränke übernahm, und wir die Speisen. Am Ende war der finanzielle Betrag fast ausgeglichen ???? Die Leistung der Küche war heute durchwachsen, der Service top. Aber wir kommen bestimmt wieder einmal vorbei, wenn wir wieder auf Fehmarn sind. Unvergessen bleibt doch unser Opi Hartwig.